Ewige Liebe (2010)

Ich schau dich an, du sitzt neben mir
ich spüre deine Wärme, deine Energie in dir
du warst verzweifelt, ich hatte dich verloren
der Kopf hat deine Gefühle gefroren.

Doch diese eiskalte Flamme im Herz
macht dich nicht glücklich bereitet dir Schmerz
die Liebe friert, sie kann nicht mehr blühen
das alte Feuer kann nicht mehr glühen.

Doch die Liebe besteht in Ewigkeit
wenn’s sein muss auch in Einsamkeit
das Herz blutet, man gewinnt wieder Kraft
mit Liebe hat man schon Wunder vollbracht.

Ein Ausschnitt… Ist Liebe ein Rezept? (Archiv)

Aus dem Tagebuch.

Ist Liebe ein Rezept?
Ich frage mich, kann man die Liebe einen kaum auszusprechenden Eisberg von Schmerz und Schatten, der einen beherrscht, entgegen stellen. Sind es zwei Pole, dessen Einklang das Chaos in Schach halten kann?
Kann die Liebe wirklich so schön sein, die dem Leben einen solchen Wert verleiht? Und wenn sie fort ist und nie wieder kommt? Was ist dann der Wert?

Dass das Leid allgegenwärtig ist, kann keiner leugnen, denn egal wie groß die Scheuklappen sind, die man zu tragen glaubt, so blind kann man nicht sein. Ist die Liebe und dessen Macht bloß ein Konstrukt des naiven, unmündigen Geistes?

Surreal die Liebe… und dann noch so heimtückisch und listig, dass nur die Schlange im biblischen Schöpfungsbericht ein ebenbürtiges Synonym sein kann. Denn ausschließlich der Hormonhaushalt gaukelt uns das Wohlsein der Liebe vor, das wir in alle Ewigkeit glücklich sein können.

Ich habe die Liebe verloren -ich habe das verloren, das mein Leben erträglich machte. Den Glauben an die Liebe.

gefährliches Spiel (2009) (Archiv)

Gefährliches Spiel

dass du mich verführst mit deinem Blick
dass du mich berührst, ist es nur ein Trick
dass ich mich verlieb ist das nur dein Plan
dass du mich küsst und ich nicht mehr kann
dass ich dich begehr für die Ewigkeit
dass ich an dich denk und ich bin bereit
dass ich dir gehör wenn dir danach ist
dass du mit mir spielst, meine GÖTTIN bist

war nicht das Spiel

dass du mich nur quälst und ich es will
dass du mich zerstörst und ich halte still
dass ich mich dir schenk du kannst alles tun
dass ich von dir träum, werd niemals ruhn
dass ich dich sehr will und ich nicht mehr kann
dass du mich verletzt, macht mich so an
dass ich explodier wenn ich bei dir bin
dass du mit mir spielst, meine KÖNIGIN

ist nun das Spiel

dass du mich nicht liebst ist ganz normal
dass du mich nicht willst ist ne große Qual
dass ich dich nun fühl hätt ich nie gedacht
dass du mich so hältst was hast du gemacht?
dass ich dich verlier nun auf diese Art
dass ich es dir sag ist nun ziemlich hart
dass ich dich verehr das ist einzig wahr
dass du mit mir spielst wie KLEOPATRA

war unser Spiel

Wach auf, du schlafende Zeit (Archiv)

stundenlang, sehend in die Dunkelheit
horchend hinein in die Nacht
getrübt von der Einsamkeit
die die Seele bewacht

Angst vor dem Morgen, nicht mehr zu sein
die Liebe erlischt, wie ein Kerzenschein
der Seelenstamm bricht; hinabfallend Laub
was übrig bleibt einfach nur Staub

und plagend, der Qualen, fließend Herzensblut
das Schicksal tragend, des Staubes Glut
die Worte des Endes, treffend hart mein Ohr
die Töne des Leids, singend zart im Chor

Einmal noch. (2009) (Archiv)

Einmal noch!

Zaghaft deine Haut berühren,
deinen Duft der Schönheit spüren,
blicken in des Auges Feuer,
Sei einmal noch mein Abenteuer!

Erfahren wie Faszination so schmeckt,
Leidenschaft die vorher unentdeckt,
das Glück deine Lippen zu erleben,
Kannst du mir einen Kuss noch geben?

Genossen dein Anblick, ganz unbewusst
Entstand eine ungestillte, geheime Lust
Besessenheit die mich gefangen hält –
Zeig mir einmal noch deine Welt!

Geist Körper Konflikt (Archiv)

Geist – Materie Konflikt

Die Materie mahnt:
„Ist es nicht so, lieber Geist, das ohne mich keine Hülle und Raum hättest, die du zu deiner Existenz benötigst. Dass deine Existenz in Abhängigkeit von meiner Handlungsfähigkeit steht, du ohne dessen dich nicht deiner erfüllen kannst. So auch, bin ich, der in deiner Macht steht, abhängig von dir. Da du dich gleichzeitig auch meiner Macht unterwerfen musst, sind wir doch gleichgestellt und nur zusammen eins. Oder ist es nicht so?“

Verärgert meldet sich der Geist zu Wort:
„Du aber, bist vergänglich, ich dagegen bin unabhängig von der Zeit existierbar auch ohne deiner Handlungsfähigkeit.“

Da unterbricht der Körper ironisch:
„Was ist das für eine Existenz ohne Handlungsfähigkeit?“
und lacht laut.

Wütend mault der Geist:
„Ich steuere dich und deine Teile und unterliege keinerlei Macht von dir. Ohne mich würdest du über keine Moral, Gefühle oder Wissen verfügen. Du bist ohne mich im Reich der Toten. Nun sieh endlich ein, ich bin dein Oberhaupt!“

Da sie keine Einigungen finden konnten, versuchte der Geist sich vom Körper abzukapseln. Doch ärgerlich finden sie keinen Weg.

– ENDE –

Du lügst so schön (2009) (Archiv)

Momentaufnahme einer Misanthropin.

Ich wollte niemals der Mensch sein, der dürstet nach Liebe.
Ich wollte mich nie verlieben – jeder weiß warum – aber ich tat es.
Meist klammheimlich ohne das ich was hätte dagegen tun können, auch wenn ich es zu tun bereit gewesen wäre. Aber wenn schon verliebt sein, dann doch mit Würde. Nicht etwa wie öffentlich tätschelnde bei mir implodierenden Brechreiz auslösenden ,Hase Schatzi Pupsi‘ Paare voller Kitsch und Abwesenheit jeglichen Geschmackes. Pärchen dessen Brille nicht nur rosarot sondern tiefpink ist.

Wo bist du meine Misanthropin, die du diese Verachtung mit mir teilst? Wo bist du meine Misandria, die mit mir durch Schlamm watet statt auf knöchelhohen Wiesen umhertänzeln zu wollen? – aber trotzdem meine Hand hält.

Doch wo finde ich das? Ich treffe in der Welt, viele hübsche Frauen deren Seele schimmern fast glänzend. Ich hatte die Illusion in Ihnen das zu finden, was ich mir wünschte. Aber wer will schon sein ganzes Leben lang Sonnenbrille tragen, um nicht geblendet zu werden. Es ist vergebens – eine bittere Enttäuschung.

Dann traf ich Jemanden, den ich faszinierend fand – ein kreativer kluger aber mürrischer Kopf. Doch dann stellte ich mit bösem Erwachen fest – das sie ihrem Bonsai fröhlich jauchzend Kinderlieder vorsang. Die helle fröhliche Stimme zerschmetterte neben des Trommelfells auch meine Illusion, meine Zuversicht.

Ich traf viele Menschen. Kinder hinter aufgereizter Kleidung, die das Alter verbergen sollte. Dumme, dessen Hauptaufgabe es war ,Lächeln und Winken‘ um die fehlende geistige Reife zu verschleiern. Lügner, deren Maske nicht jedem Regentropfen standhielt. Spieler, deren kläglicher Versuch meiner Manipulation automatisch als Beleidigung meiner Intelligenz bewertet wurde. Kleine, Große, Dicke, Dünne und Kaputte.
Nicht das ,kaputt‘ , das einem die Würze der Satire des menschlichen Lebens verleiht sondern vielmehr das kaputt – geprägt durch Unsicherheit und Vertrauenslosigkeit.

Den Menschen, den ich suchte scheint es einfach nicht zu geben. Was ist der letzte Ausweg? – das Internet. Ich dachte zunächst, ich wähle den einfachsten Weg und gehe auf Girlflirt.de und legte mir im Geiste schon die passenden Zeilen zurecht

„Einsame Misanthropin sucht Philanthropin mit Persönlichkeitsstörung…gerne auch schizophrenen Optimismus…“

doch dann erinnerte ich mich daran, das ich kein Abenteuer suchte. Also wählte ich eine Plattform, die nicht ganz die sexuelle Komponente priorisierte sondern vielmehr ein größeres Kollektiv mit Mittelstandsniveau und narzisstischer Selbstverherrlichung versprach, um das zu finden was ich nicht suchte. Ganz getreu dem Motto, wer viele Nieten findet kommt dem Jackpot ein Stück näher. Und ich schrieb einen kleinen Text, der zwischen den Zeilen was anderes aussagte als tatsächlich darin stand. Aber natürlich alles ohne Foto – wer will schon verzweifelt wirken.

Was passierte dann? Du hast erstmal sofort gepöbelt, es sei kein Text um seinen Deckel zu finden. Und überhaupt würde ich mich ziemlich abgehoben präsentieren. Das war sofort sympathisch. Wir beschlossen gemeinsam zu pöbeln, hörten ACDC und perfektionierten unseren Sarkasmus. Du pflückst eine Gänseblume mit den Worten: „Schau…ich habe sogar für dich getötet..!“

Ich muss zugeben, so sind wir dann doch ein Klischee. Wir gehen spazieren und du pflückst mir Blumen..und ich merkte es dann, dass ich das ,normal sein‘ vielmehr vermisst habe, als ich es dachte. Jemanden, in dessen Gegenwart ich lachen kann. Und immer dann wenn es heißt ,ihr passt hervorragend zusammen‘ macht mich das stolz, denn umso wahrscheinlicher ist es das wir einfach zusammengehören.

Du lügst so schön – nein stimmt ja du erfindest Geschichten…..
Ich liebe deine Lügen.

das verfluchte Englisch. (2003) (Archiv)

Als Erinnerung an alte Zeiten und meiner beeindruckenden Englischlehrerin Frau Fleischhauer, die mir zwar nicht viel Englisch beibringen konnte – aufgrund der Abwesenheit meines Interesses – aber sie inspirierte mich zu meinem ersten Text, den ich nun vorstellen mag.

Es ist ein heißer Tag im Juli, die Sonne brennt auf der Haut und die trockene Luft macht eine Konzentration schier unmöglich.
Da steht sie vorn in ihrer ärmellosen, bis zum Hals zugeknöpften, rosafarbenen Bluse und wiederholt alle Zeitformen und faselt was von der Bildung des Present Perfects. Sie tut ja grad so, als ob es das Wichtigste und Erstrebenswerteste auf der Welt ist, englische Sätze in einer bestimmten Zeit bilden zu können.
Die langen Beine, mit denen sie durch die Klasse schlendert, sind sehr beeindruckend. Sie machen die harmonischen Bewegungen des stolzen Ganges einfach perfekt. Sie ist sehr schön und hat seidenglänzendes braunes kurzes Haar. Ihre, meist ordentlich gezupfte, Frisur betont die weichen Gesichtszüge und die freundlich strahlenden Augen. Ich kann die Farbe nicht erkennen, sitze leider zu weit weg. Sie sieht sehr elegant und doch irgendwie künstlich aus, gleich einer Puppe, da alles einfach perfekt ist. Ich weiß nicht, ob das ein Kompliment ist, denn dieses perfekte Aussehen könnte kühl wirken wenn man sie nicht kennt. Doch ich kenne sie, wenn auch nur als Lehrerin. Für mich ist sie einfach wundervoll. Ich stelle mir vor, wie ich ihr Gesicht sanft berühre…
Plötzlich höre ich die, nun etwas forsche, Stimme von Frau Fleischhauer: „„Susan, would you buildt a sentences in present perfect please““ (oder so ähnlich) ,Mist erwischt‘‘, denke ich und merke wie ich rot werde. „“Yes…mh…I has…äh…have finished my…mh…idea““, stammle ich. Alle lachen.
Habe ich schon erwähnt, dass ich Englisch hasse? Als ob mich das verfluchte present perfect interessiert, nächste Woche sind Sommerferien und danach komme ich in die Oberstufe. Wozu brauche ich schon Englisch, es reicht wenn ich deutsch sprechen kann, ich leb ja schließlich in Deutschland und habe auch nie vor woanders zu leben und nach England zu reisen käme mir auch niemals in den Sinn. Und überhaupt, als ob Englisch einem hilft besser zu leben, dann könnte ich es ja verstehen.
Ich schaue auf die Uhr, in einer Minute ist der Unterricht vorbei und es ist Wochenende. Ich packe schonmal langsam meine Sachen ein und kassiere einen vorwurfsvollen Blick. Ich sehe ihr direkt in die Augen, sie weicht nicht aus. Ich glaube sie sind braun.
Es gongt.

Die Zeit (Archiv)

ich schwinde umher, versinke in Erinnerung sowohl positive als auch negative. Einige alte Tagebucheinträge zeigen es. Mir fallen ein paar Briefe und Worte in die Hände, die einst nur für einen Menschen bestimmt waren. Die Sprache meines Herzens.
Dieser Mensch hat mir vor Kurzem alle Blätter, Bücher, Briefe mit meinen Worten zurückgegeben, weil sie längst nicht mehr von Bedeutung sind. Wie kann das Sein, das ein Mensch von den einen oder anderen Moment von Einem lossagt. Auch je mehr Zeit vergeht verstehe ich es nicht.

Und wie war noch gleich die Redensart „Gottes Mühlen mahlen langsam, aber sie mühlen“. Ist die Zeit ein Schredder von Erinnerung?

Haben sie schon mal gehört, ‚ich habe keine Zeit‘? Oder sagen sie es oft zu sich selbst? Genau damit sollte Schluss sein.

Wahrscheinlich mangelt es 99% der Weltbevölkerung an Zeit, dafür ist diese doch oftmals reichlich vorhanden, denn jeder hat in der Regel 24 Stunden 365 Tage pro Lebensjahr zur Verfügung. Jedoch scheinen die meisten doch keine Zeit zu haben. Auch ich habe oft das Gefühl keine Zeit zu haben und gleichzeitig plagt mich die Zeit.

Jedoch jetzt mal ehrlich. Ist es nicht vielmehr eine Ausrede und bedeutet es nicht gerade selten ‚Es ist grad unwichtig‘. Oder aber es steckt zu viel Aufwand hinter, für den es keinen angemessen Ertrag gibt. Hinter der Wortsymbiose fehlende Zeit, stecken oft Ängste, Ausflüchte und Unehrlichkeit dahinter. Denn ist es nicht so, dass wenn einem etwas wirklich wichtig ist, wird sich auch die Zeit genommen.
Unberührt bleibt oft nur das Unangenehme oder Unwichtige. Auch wenn sie vielleicht im Berufsalltag knapp bemessen ist, so ist die Zeit in einer Beziehung unabdingbar. Wird der Partner vernachlässigt, führt es nicht zuletzt zum Bruch einer Beziehung. Ausserdem bereut man die Zeit, die man nicht nutzte – die man mit der alltäglichen Routine für selbstständig erachtet. Eine Dummheit, derer man ich erst in den vergangenen Tagen bewusst wird.

Zeit ist kostbar – und das wertvollste Gut überhaupt, denn man erhält sie nicht zurück.

Man sollte die Zeit gezielter nutzen und sich gemeinsame Ziele setzen und diesen nachgehen. Denn wenn dann die Beziehung funktionieren soll, müssen sich die Prioritäten ändern und diese Umwege oder Ausflüchte umgangen werden. Jedoch sollten Ziele ziemlich individuell gestalten werden, wie z.B. tägliche Routine erneuern und wieder einführen, auf die Bedürfnisse des andern eingehen. Denn bleibt einer auf der Strecke und fühlt sich permanent unbefriedigt, ist das nicht zuletzt die Motivation weiter auf der Suche zu sein. Nutzt die Zeit mit Euren Lieben – bis sie Euch genommen wird.

Auch ohne Aufforderung möchte ich euch einen Rat geben.

Nehmt euch Zeit für eure Träume, denn oft ist auch der Weg dahin schon eine Erfüllung.

Manchmal ist das Leben nur ein Atemzug.

die graumellierte Tasse. (2009) (Archiv)

Ich stehe am Morgen in Dämmerung auf dem Balkon. Alleine.

Du sagst….
…das beharrliche Vermeiden sozial tiefgründiger Kontakte sei eine bewusste Entsagung, die wiederum eine Verschleierung der Offenlegung meiner psychotischen Persönlichkeit diene.

Im Kühlschrank sind frische Säfte.

Du sagst…
… der routinierte in den Morgenstunden ausführende Drang zum Dorfbäcker sei
wie der Konsum reiner Säfte mit 100% Fruchtfleisch aus
Biofrüchten und des Fair Trade Weins ein beklagenswerter Versuch meiner
unvermögenden Herkunft zu entfliehen und so den Mittelschichtbürger nach
außen zu verkörpern, der ich im Inneren niemals erreiche.

Was hast du immer gesagt? ,Man kann sich noch so verhalten, kleiden und Umgangsformen anpassen – Niveaulosig- und Unmündigkeit der Herkunft leuchtet immer hellgrün aus den Augen‘.

Mittelfinger hoch.

Der Geschmack der bitteren Süße des Kiwi – Bananensaftes breitet sich wohltuend gemächlich über die Oberfläche der Zunge aus. Ich ergreife mit der zitternden Hand den Glaskrug und lasse das gelb grünliche Fluid langsam die grau melierte Tasse füllen, die du mir einst geschenkt hast.

Voller Erwartung beobachte ich das Füllen der Tasse. Wärst du jetzt hier, würdest du vermutlich sagen, dass meine freudige Erwartung auf den bevorstehenden Saftverzehr auf das herrische Verbot des ‚Finger nuckelns‘ und den damit einhergehenden Zorn der missglückten oralen Phase der Kindheit zurückzuführen sei.

Freud hatte Kastrationsangst… Hast du Penisneid?

Seitdem du ein Psychogramm meines angeblich kaputten Daseins gemacht hast, scheint es dir allergrößtes Begehr zu sein mich mit deiner Weisheit zu blenden in meiner trüben Welt. Was für ein Glück, das meine Seele Sonnenbrille trägt. Deine Farben sehen scheisse aus.

Der Saft dehnt sich an der Gänze der graumellierten Oberfläche des Innenraumes aus. Ich starre vor mich hin und imitiere einen gleichstufig gestimmten Ton F einer Tuba. Das brunftartige Geräusch durchströmt meinen Körper und verspricht ein Imponieren seiner Selbst.

Du sagst….
….meine Stärke sei gespielt.
Du sagst…
… das Verschleiern der fehlenden Anwesenheit einer emotionalen Stärke sei
Ausdruck für ein Mangel emotionaler Kompetenz.

Der Kreis schließt sich. Und stehst daneben.

Nun ist die Tasse voll. Unter dem Rand ist noch zwei Fingerbreit Platz. Ein Platz, damit man die ästhetisch grau mellierte Veredelung noch erkennen kann. Doch ich finde sie hässlich.

Du sagst….
… frischer Biosaft schmecke bitter.
Du sagst….
….mir fiele das bloß nicht auf, da meine Geschmacksnerven wegen der enormen
Konzentration beeinträchtigt sei.
Du sagst…
… ich hätte keinen Geschmack.
Du sagst…
….ich sei realitätsblind.
Du sagst eine Menge.

Ich führe die Tasse langsam zu meinem Mund. Das Zittern meiner Hand wird stärker. ich summe erneut bis der Tassenrand meine Lippen berührt.

Du sagst….
… meine Berührungen wären so nichtssagend.
Du sagst….
… du hast nur Ausprobieren wollen ob noch Gefühle vorhanden sind, um deine
Gefühllosigkeit wiederlegen zu wollen und um die Gleichgültigkeit nicht
auszusprechen.

Du sagst…
… es sei schmeichelhaft gewesen in meinen Augen Begehren zu sehen, das dich
an mich gebunden hätte.

Du sagst…
… ich sei bloß ein Scherbenhaufen der irgendwann anfängt zu implodieren.

Du sagst….
… es wäre an der Zeit gewesen sich von mir zu lösen.

Nun fühle ich das köstlich fruchtige Brennen des Saftes an meiner Oberlippe. Ich neige die Tasse und beide Lippen öffnen sich und formen sich zu einem Gefäß. Ich neige die Tasse weiter und mir wird plötzlich bewusst, dass sie mir aus der Hand gleitet. Ich sehe wie die graumellierte Tasse, die einst ein Liebesgeschenk von dir war, zu Boden fällt.

Du sagst….
… ich wäre immer am Boden gewesen, das sei nichts Neues.
Du sagst….
…man müsse mich tiefer zu Boden reißen, damit mir klar werde das es immer
schlechter geht.
Du sagst…
… du willst keine Verantwortung für ein 28 jähriges Kind übernehmen.
Du sagst…
… ich sei ein Träumer – zu idealistisch für die realistische Welt.
Du sagst…
… ich könnte keine Liebe empfinden, da ich mich nicht mal selbst liebe.
Du sagst…
… du willst das ich es schweigend hinnehme.

Die Tasse reißt es in tausend Teile.
Jetzt sagst du nichts mehr.

Erinnerungen, einmal löschen bitte. (die Dritte) (Archiv)

ich erinner mich… ich erinnere mich an einen Film. Ein Film mit dem Titel ,Vergiss mein nicht!‘ mit Jim Carrey und Kate Winslet. Es handelt um ein Film, indem die Hauptdarstellerin sich einem Verfahren unterzieht mit dem man die Erinnerung an einem Ereignis, eine Person vollständig löschen kann.

Ich überlege, ob eine Löschung eines Ereignisses jemanden verändern kann denn der Mensch lernt doch aus Erfahrung. Nimmt man sich nicht zugleich auch den Reichtum an Schönes. Wenn man Erinnerung an einem löschen lässt, vergisst man auch zugleich? Ist dann jedes Gefühl weg oder ist man sich nur den Adressaten Selbiges nicht mehr bewusst?

Wir entwickeln uns aufgrund von Erfahrung – wir entwickeln Ängste, Sehnsüchte und Emotionen vielleicht auch Charaktereigenschaften, die uns ein lebenslang begleiten werden.

Kann eine Löschung eines Ereignisses vielleicht sogar ein Leben retten?

Wäre eine solche Möglichkeit nicht zu viel Macht, die man ausübt? Ist man doch autonom? oder fördert dies Legitimation von Unmoral in seinen Handlungen, weil man weis es gäbe ein ,Delete‘ Button?

Jeden Tag wünsche ich mir Etwas zu vergessen, Gerüche, Erlebnisse und Menschen, dessen Erinnerung ein gläserner Käfig zu sein scheint. Aber was ist, wenn du vergessen werden sollst?

Erinnerungen, bitte einmal löschen. (Die Zweite) (Archiv)

Auch erinnere Ich mich an meinem ersten Semester in Philosophie. Ein ziemlich schlaksig aber lässiger Professor saß, als die Studenten den Vorlesungsaal betraten in einem vor der Tafel drapierten Sessel ? die Beine übereinander geschlagen ? und er führte einen langen Monolog. Ein ziemliche wirrer, mit sich selbst argumentierender Monolog

?Was bin ich nur für ein Mensch gewesen…. konnte ich mal Sprachen, die ich nun vergessen habe.. Sind nicht die Erinnerungen, die unser Sein genau genommen unser Ich ausmachen… Wer wäre ich ohne Erinnerung.. ich würde jeden Tag alles neu erlernen müssen,..Mache mit 42 Jahren Fehler aus den Kindertagen…?

Der Raum füllte und wurde immer leiser, so angespannt und interessant dieser Monolog ist. In einigen Gesichtern konnte man lesen, wie sie sich selbst diese Fragen stellten. Mit ihrem Geist Gespräche führten.

Was ist den eigentlich Erinnerung? Erinnerung ist das Abrufen von Erlebtem im Geiste, eine erlebbare Existenz seiner Selbst. Denn unser ganzes Sein beruht auf Erinnerungen. All das Erlernte und Erfahrene ist Erinnerung, ohne dem eine Existenz gar unmöglich scheint. Wenn der Begriff der Erinnerung ?alles? umfasst, so auch jegliches erworbene Wissen, erlebte Gefühle und auch erlernte Bewegunsabläufe. Kann man streng genommen Erinnerung als ein Prozess des Existierens bezeichnen.

?Erfahrung ist der Anfang aller Kust und jedes Wissens? Aristoteles

Ein recht simples und Körper betontes Beispiel ist der Fall eines Schlaganfall Patientens. Bei eben diesen geht der Verlust von Erinnerungen an Bewegunsabläufe einher. Durch die Beeinträchtigung bestimmter Gehirnbereiche, ist auch die dort abgespeicherte Information ? Erinnerung ? wie ausgelöscht. Dies führt dazu, dass selbstverständliche Bewegungsmuster weder neu und schwerlich erlernt werden müssen.

Nach der oben eingeführten Definition, denken wir das doch einfach mal weiter. Die Erinnerung prägt und spiegelt sich in einem seit der Kindheit gebildeten Charakter wieder. Verhaltensweisen die zu etwas Positiven führten werden wiederholt angewendet und andere bewusst verhindert. Aktuelle Gegebenheiten ordnet man aufgrund Erfahrungen ein. Ohne eben diese, würden wir gemachte Fehler immer wiederholen und Gefahren beispielsweise nicht versuchen zu meiden.

Wer aufmersam gelesen hat, dem ist klar geworden das der Begriff Erinnerung auch von vielen anderen wichtigen und in der Philosophie zentralen Begrifflichkeiten wie Zeit, Bewusstsein und Erfahrung abhängig sind.

Ich versuche kurz einen Zusammenhang dieser aus philosophischen Sicht wichtigen aber durchaus strittigen Trilogie aufzuzeigen und bitte Sie , liebe Leser, sich eigene Gedanken zu machen inwieweit sie mir zustimmen.

Schon Platon und Aristoteles haben über den Begriff der Zeit gegrübelt und sind zu unterschiedlichen Vorstellungen gelangt. Platon machte mit seiner Ideenlehre deutlich, dass ,Zeit als Abbild des Seins? zu betrachten ist. Bei Platon sind Ideen nicht eine bloße Vorstellung von etwas, sondern eine existieren Realität, die uns im Raum und Zeit
erscheinen.
?Das beste, was man erhoffen kannn zu vollbringen, ist es den anderen an etwas zu erinnern, was er bereits weiß? Platon

Für Aristoteles ist die Zeit das Maß jeglicher Bewegung. Auch bei Augustinus ist Zeit untrennbar von der menschlichen weltlichen Existenz und er bezeichnet die Vergangenheit als Erinnerung der Gegenwart.

Klar ist also, die Erinnerung ist ein Schlüsselbegriff der Selbstreflexion kuktureller und existenzieller Erfahrung in Abhängigkeit von der Zeit. Theorien zum Begriff der Erinnerung gehen automatisch mit den Grundgedanken der Bewusstseinsgeschichte einher und viele Nebenbedingungen müssen beachtet und differenziert werde ? beispielsweise wo ist die Unterscheidung oder der Zusammenhang zwischen Gedächtnis und Erinnerung und der Rekonstrukion von Bewusstsein.

In Platons Überlegung (Phaidon) steht als Grundorraussetzung der Wissenssicherung, dass der der Prozess des Lernens ausschließlich Wiedererinnern sei anamnesis. Er geht wie oben erwähnt, von einer Präexistenz der Seele aus, d.h. Vorstellungsinhalte von Etwas existieren unabhängig von Erfahrung.

Also was passiert genau dann, wenn wir mit Bewusstseinskontrolle Erinnerungen beeinflussen oder auslöschen, wir formen bzw. verändern einen Charakter. Eigentlich mehr, wir beeinträchtigen die Existenz, nehmen den Wert des Lernprozesses und des Lebens. Viel bedrohlicher ist es man nimmt und beeinflusst das kulturelle Gedächtnis und pflanzt falsche zur eigenen Existenz bedrohende Verhaltensmuster in das Opfer ein…

Erinnerungen, einmal löschen bitte. (Archiv)

„Das Denken ist das Selbstgespräch der Seele“ Platon

Ich erinner mich… an Vieles – oftmals ein Fluch. Schatten, die man damit größer und unsterblich macht als sie tatsächlich sind. Man erinnert sich auch an vergangene Tage, die glücklicher waren als der in diesem Moment. Erinnerungen an alte Lieben und Menschen über dessen Verlust man nicht hinweg kommt. Menschen, die man durch eigenes Versagen verlor. Oder Menschen, die einfach gegangen sind.

Ich habe Angst davor. Angst mich in ruhiger Stunde zu erinnern. Angst davor das Menschen aus der Erinnerung zusammensitzen und darauf anstoßen, dass mich das Unheil heimsuchen soll. Angst, das Menschen mir die Wertlosigkeit zuordnen die ich mir längst zugeordnet habe.

Erinnerungen können einen plagen aber auch wachrütteln. Jagen aber auch auffangen. Erinnerungen sind doch meist schwarz oder weiß, niemals grau. Man erinnert sich nicht an Mittelmäßiges. Wir erinnern uns an schwarze Tage und weisse Tage, an Sonnentage oder Regentage – niemals Bewölkte. Wo bist du, der mich an Regentagen an die Hand nimmt, vielleicht mit mir darin tanzt und mir ein aufrichtiges Lächeln schenkt?

Schmerz (Archiv)

Oftmals beginnt und endet das Leben mit Schmerz und wird stets zu einem Begleiter. Unleugbar ist die Individualität des empfundenen Schmerzes.

Das Schmerzempfinden ist unbestreitbar eine anthropologische Konstante, die von jedem Individuum unterschiedlich intensiv erlebt wird. So liegt es nahe, dass körperlich empfundener Schmerz immer als ein psychisches Phänomen, genauer als Affekt, bezeichnet wird.

So hängt der spezielle Ausdruck von Schmerz vom Kontext ab und ist somit nicht nur die Bezeichnung für eine momentane Gewalterfahrung oder einer rein körperlichen Verletzbarkeit.

Ein Gefühl wie Angst, Verlust oder auch ungestillte Lust wird ebenfalls empfunden als Schmerz.

Genau das lässt die Kritik am philosophischen Dualismus aufleben, der behauptet, dass es ein Körper Seele Konstrukt gibt, das streng trennbar ist.

Denn wenn man zu der Erkenntnis gelangt, dass das Gefühl von Schmerz ebenso eine Dimension vom Ausdruck ist, so neigt man dazu die These aufzustellen, dass ein körperlich empfundener Schmerz immer auch mit seelischer Belastung verknüpft ist.

„Nur etwas, das nicht aufhört weh zu tun, bleibt im Gedächtnis.“ (Nietzsche)

Wollen wir uns zunächst mit den regelrechten Schmerzmythen, die in der Antike entstanden, beschäftigen. Auch heute noch nehmen diese Einfluss auf das Verständnis von Schmerz.

In der antiken Philosophie wird der Schmerz nicht automatisch dem erstrebten Glück entgegengesetzt, sondern war oft sogar wichtiger Bestandteil in den Theorien vom ‚glücklichen Leben’.

Genauer gesagt wird Schmerz als ‚Störung der körperlichen Harmonie’ bezeichnet. So wird im Philebos Dialog Platons dem schmerzfreien Körper folgende Bedeutung übertragen:

„Ich behaupte also, dass wenn die Harmonie in den lebendigen Wesen sich auflöst, mit diesem Zeitpunkt eine Auflösung des naturgemäßen Zustandes und der Beginn von Schmerzen sich einstellt.“

An einer anderen Stelle desselben Dialogs bezeichnet er Schmerz als Ausdruck eines Ungleichgewichts.

„Es ist doch mehrfach gesagt worden, dass bei allen Wesen, wenn ihre Natur im Verfall gerät durch Ansammlungen und Ausscheidungen und Füllungen und Entleerungen und irgendwelches Anwachs oder Hinschwinden, Schmerz und Unlust und Pein und alles, was sich ähnlich nennt, einzutreten pflegen.“

Schon können wir den damit zuvor erwähnten und verbundenen Dualismus dieser Zeit nicht mehr außer Acht lassen, denn bezogen auf Schmerz teilt Platon der Seele und dem Leib unterschiedliche Funktionen zu.

Wenn man den Schmerz als Solchen anerkennt, kann man dennoch an eine Trennung von Körper und Geist glauben indem man einfach verschiedene Arten von Schmerz unterscheidet oder gehen sie nur in einer Symbiose einher?

Der Glaube als Ausweg? (Archiv)

Man kann sein ganzes Leben in Angst verbringen und sich Sorgen um die Zukunft machen, sich an Erinnerungen klammern die längst vergangen sind aber es wird immer nur das ,Jetzt und Hier‘ geben. Der bittere Geschmack der Wirklichkeit – der freie Fall ins Nichts.

Eines Tages kommt man an den Punkt indem man sich entscheiden muss zwischen
Leben oder blosse Existenz
Liebe zum Leben oder Angst vorm Leben
bunt oder farblos.

Denn oftmals liegt der einfache Wunsch ,glücklich sein‘ so außer Reichweite, dass es keine bewusste Entscheidung ist Angst zu haben sondern die fehlende Anwesenheit in den Glauben an die Liebe, an die Ehrlich- und Gerechtigkeit des Schicksals und die Abwesenheit von Mut an sich.
Dieses entwickelte Unvermögen hält uns davon ab zu träumen und den Sternen zu vertrauen.

Wie erträglich ist das Leben, wenn man an nichts mehr glaubt?

Wieviel Sinn existiert, wenn die Angst Einem beherrscht und davon abhält das zu tun was man liebt?

Ich meine keine temporäre Liebe wie ein naiver Wunsch – ich rede von einer Liebe die Sinn stiftet, das Leben erträglich macht.

Über die Freiheit (Archiv)

Über die Freiheit
„Der Mensch ist verurteilt, frei zu sein.“ J.P.Sartre

Freiheit. Ich bin frei. Oder doch nicht?! Bin ich gefangen in meinem eigenen Horizont. Der Bedeutung von Freiheit – ich nenn es lat. libertas – ist das Vermögen frei von jeglichem Zwang eine Auswahl von Möglichkeiten auszuwählen. Ich gehe noch weiter und sage es ist das autonome Selbst.
Schon in der Antike war der Freiheitsbegriff Gegenstand philosophischer Schriften und Diskussionen und Grundgedanke einer gesamten Ideengeschichte. Denn viele hochdekorierte Philosophen setzen einen ,freien‘ Geist als Grundbedürfnis der Existenz voraus. John Locke beispielsweise äußerte in Two Treatises of Goernment, dass die Freiheit und Eigentum unveräußerliche Rechte des Lebens darstellen.
„Zustand vollkommener Freiheit, innerhalb der Grenzen des Naturgesetzes seine Handlungen zu lenken und über seinen Besitz und seine Person zu verfügen, wie es einem am besten scheint – ohne jemandes Erlaubnis einzuholen und ohne von dem Willen eines anderen abhängig zu sein.“ J. Locke

Da sollte doch zunächst zweifelsohne auch die Frage geklärt werden: Setzt der Zustand frei zu sein voraus das der Mensch ein ,vernunftbegabtes Wesen‘ ist? Oder gibt es Freiheit ohne es als diese zu erkennen? Ist das Absolutum der Freiheit erreichbar oder vielmehr ein sinnhafter Idealzustand?
Gehen wir nun tiefer in die Wurzeln der Philosophie und betrachten die verschiedenen Ebenen, in denen wir von Freiheit sprechen. Man unterscheidet meist zwischen Willensfreiheit und Handlungsfreiheit. Jedoch gibt es ein freies Individuum, das ausschließlich nur auf einer dieser Ebenen frei ist? Das haben sie sich sicher doch auch gerade gefragt. Nein Freiheit ist eben das Absolute, demnach nur wenn Ebenen im Gleichgewicht sind.
Eben dieses Gleichgewicht bzw. diese Unterscheidung in der philosophischer Sicht wurden in unterschiedlicher Weise interpretiert und bewertet. Kant beispielsweise traf in ,Grundlegung zur Metaphysik der Sitten‘ die Unterscheidung zwischen positiver und negativer Freiheit.
Die negative Freiheit ist die Freiheit von etwas, von institutionellen staatlichem Zwang. und ein Grundbedürfnis individueller Entwicklung. Beispiele hierfür sind das Recht auf Religions- oder Meinungsfreiheit. Im gegenteiligen Aspekt gibt es die positive Freiheit – die Freiheit zu etwas. Die Freiheit sich selbst zu verwirklichen oder sich mit seinen Fähigkeiten am gesellschaftlichen politischem Leben teilzunehmen. Bei Kant geht es darum sowohl positive als auch negative Freiheit zu verbinden. Für Kant ist ein Mensch nur dann frei, wenn er weder einem extrinischen (Zwang von außen) noch intrinschen Zwang (Ehrgeiz, Selbstsucht..) unterliegt und aus reiner Vernunft handelt. In anderen Worten Kants Freiheitsbegriff ist frei von jeglicher Neigung und setzt ein Gesetz der Vernunft voraus, als ein plichtbewusstes moralisches Handeln. Aber er schreibt somit mit seinem kategorischen Imperativ
„Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde“ (Kant)

dem Menschen zugleich vor, wie er ,richtig‘ zu handeln habe und widerspricht er somit nicht zugleich demnach das Prinzip der Freiheit? ziemlich komlex oder? Es wird meiner Meinung nach noch komplexer. Denn in Hinblick auf der obigen Definition der Freiheits darf man nicht außer Acht lassen, inwieweit wir den Naturgesetzen unterliegen. Verhindert eben diese Kausalität nicht unsere Freiheit oder weist dies die Grenzen auf?

Dazu hilft uns mein Freund Hegel, auch er erkannte die Freiheit als Zustand ohne Zwang aber unter der Einsicht der Notwendigkeit. Die Einsicht der Notwendigkeit bedeutet in diesem Sinne nicht ein fremddefinierter Zwang, sondern sich der Art der natürlichen Determiniertheit bewusst zu werden. Aber man versteht diese nicht als Grenze sondern als Voraussetzung für Freiheit.

„L’existence précède l’essence“ J.P. Sartre

Wie im Eingangszitat erahnen lässt, formuliert Sartre eine überspitzte Definition von Freiheit. Denn eine natürliche Determiniertheit leugnet er als Zufälligkeit weist aber zudem daraufhin das es keiner Grenze der Freiheit sondern Grenze des Menschens ist. Der Mensch ist nur in seiner Situation frei nicht im Vakuum. So weist auch er auf das Paradox der Vorstellung von Freiheit hin.

Es gibt unterschiedliche Vorstellungen und Definitionen von Freiheit, die letztendlich Eines im Speziellen klarmacht. Es gibt keine absolute Freiheit. Niemand ist absolut frei, aber man kann die Vorstellung davon haben. Aber gibt es – wie Kant es behauptet – nur Freiheit bei vernunftbegabten Wesen oder kann auch das Tier einen Vorstellungsinhalt von Freiheit haben? Oder ist dieser Inhalt nur ein Trieb?

Eins stimmt mich bedenklich. Kann man in einer Staatskontrolle – die ironischer Weise als Demokratie bezeichnet wird – in der uns vorgeschrieben wird, welche Glühbirnen wir nutzen sollen oder die Steuern auf Konsumgüter wie Schokolade, Zigaretten und FastFood hoch geschraubt werden sollen noch von Freiheit sprechen?

Ein Mensch mit der Zeit (Archiv)

Ein Mensch, sah im Spiegel wer er war
erinnerte sich und fühlte Gefahr,
denn er stand nun am Fuße der Zeit
die Haut verschrumpelt die Wangen breit.

Ein Blick voller Tristesse und Entsetzen,
von seiner Jugend nicht einmal Fetzen –
hängende Lider, der Kopf kahlgeschoren
hat er seinen letzten Stolz längst schon verloren.

Dieser Mensch hat an diesem Tage rasch bedacht,
was er im Leben hat falsch gemacht –
niemals wieder wird Einjeder nochmals jung
was bleibt ist die Erinnerung.

Denn wer ehrlich ist, der kann nicht bestreiten –
dass wir uns ändern mit den Zeiten.

Sterben ist ein einsames Ding… (Archiv)

…Das Leben ebenfalls.

Wir alle verbringen unser Leben im tiefsten Innern allein und geprägt von Einsamkeit und getrieben meist von Pflichtgefühl. Ganz gleich, wie viel wir mit Menschen teilen, die wir lieben, irgendetwas halten wir stets zurück. Den ein oder anderes Schatten bleibt im Inneren verborgen. Manchmal ist es eine Kleinigkeit, etwas Belangloses – zum Beispiel eine Erinnerung an eine längst vergangene Liebe.
Man ist geneigt, dem neuen Lebenspartner die Illusion zu geben, man habe nie jemand Inniger geliebt. Aber man umgeht die Frage, dass man jemanden mindestens genauso geliebt hat.

Manchmal ist das Geheimnis eine große schwarze Silhouette – ein Schatten, der direkt hinter uns lauert und dessen heißem Atem wir zwischen den Schulterblättern spüren und dessen hämisches Grinsen uns bewusst ist, ohne es sehen zu müssen. In den Nächten – in den Stunden, wenn jeder von uns auf sich gestellt ist – kommen diese alten Geheimnisse und beherrschen uns. Einige schreien lautstark, andere flüstern, kaum vernehmlich. Doch ob laut oder leise, sie kommen und üben Macht aus. Weder verschlossene Türen kann sie aufhalten, noch farbenfrohe neue Gedanken. Sie haben den Schlüssel zum Innersten. Wir sprechen mit ihnen, flehen sie an, verfluchen sie – doch jegwene emotionale Reaktion verlaufen ins Nichts. Wir haben die Sehnsucht mit jemandem über diese Geheimnisse zu sprechen, sie jemandem anvertrauen um Erleichterung zu empfinden doch wir trauen uns nicht.

Wir wälzen uns im Bett umher, suchen die Flucht in Bewegung oder betäuben uns – wir heulen den Mond an, der uns mit grausamer Ignoranz straft und wir sehnen uns nach dem ersten Lichtstrahl, der Dämmerung, der uns den Morgen bringt. Mit dem Anbruch des Tages verstummt das Jaulen,Kreischen und Zirpen unserer Schatten; sie verbergen sich wieder im Innersten und die Welt dreht sich weiter.
Es umringt einen das Gefühl der Schuld, eine Schuld die man oftmals nicht in der Lage ist zu tragen. Und doch hat jeder Geheimnisse, unabhängig von der Ziffer seines Lebens, von der Intelligenz oder des Geschlechts. Jeder hütet sie, weil er sie hüten muss.

Schatten (Archiv)

Manchmal sieht man in den Spiegel, man sieht die Schatten die einen beherrschen und die Miene verdüstern. so kann das glänzende Kühle nicht darüber hinweg täuschen das der Blick, der Ausdruck immer düster wird. und die Schatten dich sogar hämisch angrinsen.
Eines Tages stehst du am Abgrund und balancierst. Du konzentrierst dich in jedem Moment das Gleichgewicht zu halten, versuchst die Schräglagen auszugleichen bis der Augenblick kommt, an dem du fliegen willst…