#54 Der Glaube.

Ich habe das Gefühl, ich lerne dich heute tiefer erkennen und du siehst mich unaufhörlich an. Und ich suche und bade in deinem Blick. Und das ist das Wunderbare der Liebe, dass man es immer kann. In der Zuneigung baden.

Welche Seligkeit ist es, dich um mich zu haben.

Es gibt nur zwei unwandelbare Dinge: mein unerschütterlicher und unbändiger Wille und die Tiefe meiner Liebe. Ich muss dir manchmal sonderbar vorkommen, in der Intensität und Art und Weise zu lieben. Jede Emotion einzufangen. Wenn du es verlangst, könnte ich sein wie die anderen Menschen und in der Brust meine Geheimnisse, meine Schatten verschließen, was vielleicht würdiger wäre.

Es hat nie ein Mensch solch eine unendliches Vertrauen und Glauben in mich gehabt. Ich bilde mir ein, dass ich Fähigkeiten habe, außergewöhnliche Fähigkeiten– ich glaube, weil mir keine Wissenschaft zu schwer wird und keine meine Wissbegierde stillt… Und ebenso gibt es Nichts, dass meine Gier nach dir stillen kann….

Ich nehme mir voller Wehmut mit dem Herze zitternd vor, alle Orte, wo Du mich geliebt hast, zu besuchen – wenn das Verlangen bei mir zu groß sein wird. Während ich mit einer unendlichen Sehnsucht nach Dir die Nacht mich quält und ich Dich zu verlieren fürchte. Denn wenn wir beieinander sind, ist es so leicht mit dir zu sprechen und es hört sich so leicht an. Ich fühle mich neben dir so leicht und kraftvoll… So voller Energie und Glanz.

Mit dir im Rücken….Nein mit dir an meiner Seite, werde ich unschlagbar sein. Ich werde weniger Kraft brauchen, die Schritte werden leichter und all die Schatten, die mich sonst beherrschen machen den Lichtstrahlen deines Daseins Raum.

Und nun am Ende unserer Zeit vermeide ich es dir in die Augen zu schauen, obwohl ich mich nach deinem Blick sehne…. denn ich sehe einerseits Freudentränen die sich in unseren Augen zu einem türkisen Meer vereinen.

Gleichzeitig schimmern kleine schwarze Ufer voller Sehnsucht

#53 Be sexy.

Es ist dein Blick, der mir genügt. Dein Blick, der mich als schönsten Menschen der Welt fühlen lässt – der mich lebendig fühlen lässt. Dieser fesselnde Blick, der mich einfängt, mich beruhigt, mich fordert. EIn Blick voller Vertrauen und Sanftmut.

Wem könnte sich sonst meine Seele entfalten…..

wem könnte ich diese Zartheit und Jungfräulichkeit meiner Gefühle eröffnen….

Und ich bewundere deinen Blick – ich bewundere Dich. Du besitzt in deinem Blick eine Größe, eine Anmut ohne es wollen…. Eine magnetische Anziehungskraft….

Deine Augen haben einen silbernschimmernden Zauberglanz der Schönheit….

… funkelnde, lodernde Flammen… und mein Herz wird entflammt von heißer Begierde….

Wer hat Dich je so gesehen, wer wird Dich noch so sehen, wie ich es tue… ?

Hat es jemals Jemand getan ?

Nur einmal in meinem menschlichen Dasein will ich gut genug sein …

und dein Blick voller unendlicher Liebe und unbändiges Vertrauen erschließt meine Seele – für die Dauer der Ewigkeit. Und ich fühle mich unter eben diesen Blick unfassbar sexy.

# 52 Verhaltensauffälligkeit.

Bei der Verhaltensauffälligkeit geht es doch darum, dass man nicht mehr in der Lage ist das ,normale Theater‘ durchzuziehen – nicht mehr die Erwartungen der Anderen zu erfüllen.

Nicht mehr Maske tragen, kein Lächeln aufsetzen – wobei die Erwartung doch letztlich ist :

im Tenor lächeln und winken.

Und dennoch merkt anhand der auffälligen Veränderung der emotionalen Lage, dass all die Menschen – so nah sie dir physisch sind mich noch schlechter kennen als ich mich selbst. Ich denke aber auch, sie kennen nicht das Leben. Sie kennen das Licht, aber vielleicht nie die eindringliche, einschneidende Schattenseite. Und sie fragen sich bei den kleinen Misserfolgen bereits nach der Bedeutung.

Vielleicht suchen sie nach der Bedeutung von Menschen, wie mich. Aber Menschen sind kein Stellenwert – Menschen gibt es nicht nach Maß. Menschen messen nach ihren eigenen Maßstäben. Messen Andere nach ihren eigenen Erwartungen. Und das ist zu einfach ! Ihr denkt zu eng ! Aber es ist nicht mehr mein Gefängnis !

Menschen haben Sehnsucht nach einer Bedeutung – vorallem nach einer Bedeutung für sich selbst.

Und wenn man nicht sagt: der ist ,auffällig‘ – der ist ,anders‘ (nicht normal) ….. ist man selbst wenigstens gewöhnlich und normal. So ist es einfacher, um selbst nicht im Abseits zu stehen.

Aber mir reicht das Einfache nicht.

Man darf Menschen nicht an den Erwartungen Anderer messen, messen am ,Normal sein‘.

Wer sind wir, die einander messen? Was ist denn richtig oder falsch ?

Wer bestimmt, was auffällig ist? Wer sind wir, sagen zu können – der ist nicht geistig flexibel?

Lass doch den Mensch, Mensch sein. Lasst mich, ich sein.

Wir predigen nach außen – wir sind im Alter der Vielfalt angekommen.

Wo ist die Vielfalt, wenn jeder nur noch gewöhnlich ist und alle Erwartungen seines Umfeldes erfüllt?

Wo fängt das Gefängnis der Anderen an und hört das Eigene auf?

Wieso brauchen wir einen neuen Namen fürs anders sein?

Ich verzeihe Euch, dass ihr mir immer das Gefühl vermittelt habt, nicht gut genug zu sein. Denn ich weiß gerade jetzt – in diesem Moment, dass ich es bin und ich kann es in den Augen der Anderen sehen, dass sie es ebenfalls wissen – ich bin besonders.

Und ich kann es in deinem zärtlichen Blick sehen…. weil du mich so siehst.

Du mich immer so gesehen hast.

Du mich überhaupt gesehen hast.

# 51 Der Kampf trägt mich.

Ja, der Kampf trägt mich. Er hält mich am Leben. Denn ich kann kämpfen und ich kann rennen.

Kämpfen auch wenn der Körper rebelliert. Dir Signale sendet. Dir Vorboten schickt, um dir zu sagen dass du am Limit bist. Ein Pulverfass, dass entweder explodiert oder implodiert.

Und deine Worte sind kleine silbern schimmernde Pflaster, die sich auf jeder Wunde auflösen. Leider gibt es zu viele Wunden, die bluten.

Und du stellst mir Fragen, auf denen ich die Antwort nicht kenne. Worte, die mir fehlen. Semantik, die mir nicht klar ist. Und ich habe die Fähigkeit verloren zwischen den Zeilen zu lesen und zu fühlen. Und ich weiß, dieser Zustand der Antwortlosigkeit zieht einen Krater zwischen uns.

Wenn sich das verstehen ließe, wären das wichtige Erkenntnisse, aber ich verstehe nichts. Ich verstehe mehr als die Meisten aber weniger mich selbst. Und ich schleppe die großen Rätsel meiner vernarbten Seele mit mir und deute sie als Schicksal. Doch die fehlenden Erklärungen, warum man diese Narben erträgt. Ertragen musste. Warum man unaufhörlich weiter läuft. Ich kenne die Antwort nicht. Alles was ich erwidern kann, ist das der Kampf mich trägt. Und es sich so anfühlt, als habe ich Nichts sonst.

Ich nehme an, dass diese Narben eine Prüfung sind und sie aus Prinzip erfolgten. Denn ich verstehe die Wirkung und Ursache zwischen Menschen nicht. Ich kann all das gerade nur als Kraft gegen mich verstehen, weil alles gegen mich sein soll und muss. Da irgendetwas Höheres weiß, ich kann es ertragen. Und diese ungeklärten Fragen, nicht zuletzt die – ob ich gut genug bin – rauschen mit Überschall durch meinen Kopf. Und hilflos pocht mein Herz, während mir der Mut fehlt dem Unvermeidbaren gegenüberzutreten obwohl der Ausgang längst feststeht. Denn ich bin nicht der Mensch, der all das erträgt. Ich bin nicht das Besondere – sondern einfach gewöhnlich. Ich habe mehr von mir erwartet.

Vielleicht bin ich kein Löwe. Mehr.

Und jedes Wort erscheint mir wie eine Nadel und meine Seele ein Ballon. Das Leben und die Erkenntnis gescheitert zu sein eine Explosion.

Überall kleine Stücke nur noch von mir. Ungebremst detoniert. In meinem Ohr stille Schreie, Worte des Zweifels. Und ich schreie aus Verzweiflung, in der Hoffnung Befreiung zu spüren. Der Schrei intim und traurig, mechanisch dann echt. Ich schreie wegen meiner unsichtbaren Tränen. Wegen meiner Masken, die ich trage. Tragen muss. Wegen meines fehlenden Vertrauens. Und meinem unsichtbaren Käfig. Ich schreie, weil ich keinen Ausweg mehr spüre aus der Einbahnstraße meines Lebens. Ich schreie wegen meiner Angst und meiner unglaublichen Wut, die in mir Heimat hat. Wut, über all die Ungerechtigkeiten. Wut, über all die zu ertragenden Narben. Wut, über alle Schatten, die mir Grautöne nehmen. Wut, über all die Worte, die unvergesslich sind. Wut, über die Trümmern meiner Seele. Wut, als Kind schon in Trümmern groß geworden zu sein. Wut, nie gesehen worden zu sein. Wut, über das Gefühl nicht gut genug zu sein, dass mir bereits als kleines Wesen eingepflanzt wurde.

So viel Druck in mir, der nach außen dringen will.

# 50 Macht der Worte.

Die Macht der Worte. Eine empathielose Welt.

Gerade die Menschen, die dir am Nähsten sind – verletzen dich so unaufhörlich mit nur einem Satz. Demütigen und degradieren dich. Machen aus dir ein Monster, dass du nie sein wolltest. Und während du innerlich rastlos bist spürst du die Verzweiflung und diese unbändige Traurigkeit, die sich in dir ausbreitet. Die du nicht aushälst. Du spürst wie du auch keine äußere Zuflucht hast – wie alle Pfeiler wegbrechen. Und vielleicht bist du ja dieses Monster. Unbewusst.

Und du fühlst dich einsam, verloren und verlassen. Und du windest dich unter den ganzen Verletzungen, den ganzen Pfeilspitzen. Pfeil- und Speerspitzen. Die augenscheinlich an dir abprallen, weil du nichts anderes zeigst. Weil du sie erträgst und mit einem Lächeln übertünchst. Und du stolz deine intakte Haut zeigst oder minimale Kratzer. Aber das was im Inneren, in deiner Seele verletzt wurde, in Fetzen gerissen wurde. Die klaffende Wunde zeigst du nicht. Du gehst weiter und tust als sei nichts gewesen. Und diese Wunde nie ausgeheilt zu haben, erschwert dir jede Bewegung, jeden kleinsten Schritt. Und sie reißt unaufhörlich weiter und du verlierst Unmengen an Blut.

Und die Schmerzen, die du bei jeder Bewegung, jedem Atemzug spürst erträgst du munter weiter, weil du es nicht anders kennst. Und du wirst müde, ohne einschlafen zu können aber auch ohne dass deine Seele jemals wach ist. Während der Körper und der Geist funktionieren. Und hast keinen Appetit mehr, denn dir ist Übel von dieser Welt und von diesem Schmerz. Und dich meidet der Mut, all das zu beenden. Und dieser Schwindel begleitet dich täglich von der ganzen emotionalen Achterbahnfahrt, wobei die Täler im Verhältnis bedeutend länger andauern. Und du spürst den Schweiß auf deiner Stirn, weil dich dieser ganze Kampf mehr Kraft kostet, als du hast. Die fürchterliche Traurigkeit ist ständiger Begleiter. Und du schweigst.

Und du erträgst sie, weil du weißt, du hast keine Wahl. Du hast zu viel um zu sterben und zu wenig um zu leben. Du bekommst noch genug Portionen Luft, sodass du nicht erstickst – aber wenn du läufst fehlt dir der Atem. Und du akzeptierst die Erkenntnis, dass du immer mehr leisten und tun musst – um dir Anerkennung und auch Zärtlichkeit zu verdienen. Und genau dann wenn du denkst du hast dein Ziel und dein Glück in Reichweite.. siehst du wie es an dir vorbei zieht, ins Auto steigt und in eine andere Richtung fährt. Und dann rennst du los…. dem Fahrzeug hinterher mit dem Wissen du kannst es nicht einfangen.. verfolgst dennoch die Route mit blutigen Füßen. Getrieben von der Hoffnung, den richtigen Weg einzuschlagen oder du vor Erschöpfung zusammenbricht. Und die unbedachten Worte oder Demütigungen von außen lassen dich stolpern und bringen dich zu Fall.

Aber ein Löwe kriecht nicht, sondern steht auf und stürmt weiter bis seine Augen voller Kratzer das Licht verlieren.

#49 Aufgeben.

Heute ist ein Tag des Zweifels.

Ich hieve mich aus dem energiegeladenen Alltag und gebe auf. Keine Nacht ist wie die andere und man weiß nie was geschieht. Diese Nacht war so Chaos in meinem Kopf, dass ich nicht mal in der Lage war einen Stift zu halten. Ich fühle mich kraftlos und dennoch unruhig – fast schon wild.

Statt zu schreiben benutze ich mein Diktiergerät, weil mir die Kraft fehlt. Aber die ganzen Gedanken, Tausende von Worten zu stemmen, um damit ein Bild zu schaffen oder eine tröstliche Melodie zu formen – es gelingt mir nicht.

Ich warte auf den Morgengrauen oder die endlose Dunkelheit. Ich bin bereit gehen zu lassen, was schon lange gehen wollte – Aber nichts geschieht.

Ich habe das Träumen verloren, aber nun ist es die Realität, die ich glaubte längst überwunden zu haben, die mich einholt. Und der einst mutige Blick strahlt Kraftlosigkeit aus. Ich merke, wie ich mich in Gefühlen Gedanken, Zweifel und Ängsten verliere. Und ich schweige. Obwohl ich merke, dass ich Hilfe brauche. Dass ich kaputt gehe und abdrifte. Ich fühle mich wie ein Pulverfass, die Aggression und Wut auf mich selbst und ich sehe, dass ich falle und kann es nicht aufhalten. Der Blick ist nicht nur müde geworden sondern verzweifelt. Und mit stummen Schreien bettel ich um Hilfe. Und kein Ton folgt.

Und ich trage meine Füße bitterlich weiter, wobei die Schritte langsamer und schwerfälliger werden. Und ich zerbreche innerlich und fühle mich wie ein Süchtiger – von verschluckten Tränen, erfrorenen Gefühlen und verdrängten Gelüsten.

Und warte bis der freie Fall endet.

#48 Wie ich.

Es gibt Menschen, die heute keine Chancen mehr bekommen, denn viele haben mir mein Vertrauen genommen. Sie haben mir wulstige Narben zurückgelassen.

Es gab Spiele – Machtspiele. Und dann ließen sie mich zurück. Viele haben mich gebogen, verbogen und gebrochen. Und mir Etwas genommen, dass womöglich immer fern bleiben wird.

Es gab das Demütigen, Auslachen und Kleinhalten. Sie haben mich schlecht behandelt und nun bin ich verschlossen – trage Masken und bin unehrlich zu mir selbst. Die Liebe hat mit Abwesenheit geglänzt. Und ich dachte, nun gut, ich muss nur lang genug aushalten.

Durch die ganzen Narben, komme ich wieder an den Punkt, an dem ich merke nicht vertrauen zu können. Und dieses verloren gegangene Vertrauen hinterlässt einen blinden Fleck. Ich habe das Gefühl, wenn ich etwas sage, verliere ich dich vielleicht. Aber wenn ich nichts sage, verliere ich ganz sicher mich.

Ich werde missverstanden, weil das Verständnis dafür fehlt. Und ich missverstehe Menschen, die es ehrlich meinen und die mich so wollen wie ich bin – mit allen Fehlern und Makeln – die mir zeigen wollen, wie es ist geliebt zu werden während ich auf der Suche nach dem Haken bin.

Menschen, die deine Seele streicheln und dein Herz küssen. Die mir zeigen wollen, wie es ist Vertrauen in mich zu haben. Es gibt Menschen, die deine Vergangenheit mit wehmütigem Auge akzeptieren, an deine Zukunft glauben und dich so lieben wie du bist, weil du bist, wie du bist. Und genau diesen Menschen stößt man vor dem Kopf. Denn das größte Übel ist es, dass dir das Vertrauen in dich selbst fehlt.