# 52 Verhaltensauffälligkeit.

Bei der Verhaltensauffälligkeit geht es doch darum, dass man nicht mehr in der Lage ist das ,normale Theater‘ durchzuziehen – nicht mehr die Erwartungen der Anderen zu erfüllen.

Nicht mehr Maske tragen, kein Lächeln aufsetzen – wobei die Erwartung doch letztlich ist :

im Tenor lächeln und winken.

Und dennoch merkt anhand der auffälligen Veränderung der emotionalen Lage, dass all die Menschen – so nah sie dir physisch sind mich noch schlechter kennen als ich mich selbst. Ich denke aber auch, sie kennen nicht das Leben. Sie kennen das Licht, aber vielleicht nie die eindringliche, einschneidende Schattenseite. Und sie fragen sich bei den kleinen Misserfolgen bereits nach der Bedeutung.

Vielleicht suchen sie nach der Bedeutung von Menschen, wie mich. Aber Menschen sind kein Stellenwert – Menschen gibt es nicht nach Maß. Menschen messen nach ihren eigenen Maßstäben. Messen Andere nach ihren eigenen Erwartungen. Und das ist zu einfach ! Ihr denkt zu eng ! Aber es ist nicht mehr mein Gefängnis !

Menschen haben Sehnsucht nach einer Bedeutung – vorallem nach einer Bedeutung für sich selbst.

Und wenn man nicht sagt: der ist ,auffällig‘ – der ist ,anders‘ (nicht normal) ….. ist man selbst wenigstens gewöhnlich und normal. So ist es einfacher, um selbst nicht im Abseits zu stehen.

Aber mir reicht das Einfache nicht.

Man darf Menschen nicht an den Erwartungen Anderer messen, messen am ,Normal sein‘.

Wer sind wir, die einander messen? Was ist denn richtig oder falsch ?

Wer bestimmt, was auffällig ist? Wer sind wir, sagen zu können – der ist nicht geistig flexibel?

Lass doch den Mensch, Mensch sein. Lasst mich, ich sein.

Wir predigen nach außen – wir sind im Alter der Vielfalt angekommen.

Wo ist die Vielfalt, wenn jeder nur noch gewöhnlich ist und alle Erwartungen seines Umfeldes erfüllt?

Wo fängt das Gefängnis der Anderen an und hört das Eigene auf?

Wieso brauchen wir einen neuen Namen fürs anders sein?

Ich verzeihe Euch, dass ihr mir immer das Gefühl vermittelt habt, nicht gut genug zu sein. Denn ich weiß gerade jetzt – in diesem Moment, dass ich es bin und ich kann es in den Augen der Anderen sehen, dass sie es ebenfalls wissen – ich bin besonders.

Und ich kann es in deinem zärtlichen Blick sehen…. weil du mich so siehst.

Du mich immer so gesehen hast.

Du mich überhaupt gesehen hast.

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