#78 Vielleicht.

Ich bin immer wieder kurz davor… und dann wieder dran vorbei.

Vielleicht hat man aber nur einen Versuch.

Und dennoch hören wir auf, für Sachen zu Kämpfen. Und der Traum von mehr wird immer existenzieller.

Und die Kerben im Herz immer größer.

Das Lachen verlernt.

Vielleicht sollte ich mehr in der Realität sein, als in einem Traum zu leben. Vielleicht sollte ich mehr bei mir sein, als immer fort von meinem Herz.

Vielleicht muss ich mir die Liebe besser einteilen, damit ich über die Runden komme -es für ein ganzes Leben reicht.

Und mit jeder Abstinenz verschließt sich das Herz ein Stück mehr. Und die Augen sehen betrübt klarer.

Auch wenn der Weg, den die Seele barfuß wandert, da ist – wird er immer holpriger. Und jeden Tag verlierst du ein Stück von dir selbst.

Denn auch die Liebe kann mich nicht retten, ganz egal wie sehr man kämpft. Die letzte Glut, die in meinem Herz lodert, ist ausgetreten.

Denn es zerreisst mich in tausend Teile und der Wind des Kampfes streut sie hinfort, wo ich sie nicht find. Auch wenn dein Äußeres hart zu brechen ist, verlierst du innerlich an Sinn.

Obwohl dein Blick mich inspiriert, wenige Male zu strahlen, habe ich vergessen wie es ist, in meinem Leben zu sein. Und alle Worte, die ich vor Kurzem noch bereitwillig sagte, bleiben mir nun im Halse stecken… und der Klang bleibt mit blutiger Nase zurück.

Und ich hatte gehofft auf eine Wende…doch ich spüre das nackte Leben. Wie es die kräftige Hand auf meinem Brustkorb legt…. und ich spüre alles eindringlicher obwohl ich glaubte Einiges hinter mir gelassen zu haben. Ich ringe nach Luft….

… und ich werde dem Leben nie verzeihen.

Denn die Schatten tauchen immer dann wieder auf, wenn ich fast schon vergessen habe, dass sie da sind.

Und ich weiß, nur mit dir werde ich den Blick auf die Schwere des Lebens los, den die Jahre geschärft haben. Aber niemand hatte mich vorgewarnt, wie sehr man Etwas vermissen kann – wenn man mal in den Genuss kam…

und manchmal wünsche ich den Absturz herbei,

um nicht mehr an dem Glauben zu hängen. Um nicht in der Angst der Vergangenheit zurück zu bleiben, während das Herz innerlich schreit.

Vielleicht sind wir uns zur falschen Zeit begegnet, nur um dadurch Etwas verstanden zu haben.
Aber Zeit ist nicht verhandelbar – irgendwann ist einfach zu spät.

Denn das Leben ist längst an mir vorbei gezogen…

#77 Des Blickes Angst.

Die Angst… steter Begleiter.

Ich hatte eine angstvolle Kindheit… eine angstvolle Jugend… und nun beherrsche ich die Angst bin aber realistischer und unsicherer Erwachsener. Ein Leben in fast andauernder Bedrohung und fühle keine Heimat. Entspannen können ist selten.

Die kontrollierten Emotionen ließ ich in den letzten Tagen zurück, das innere Zerbrechen kehrte heim. Heim ins Herz.

Es hat sich verändert mit den Jahren, genauer in den letzten Wochen. Die Emotionen sind nicht mehr dieselben.

Ich habe sie fast abgelegt die Angst, nicht gut genug zu sein. Das Gefühl zumindest einen Sinn im Leben zu haben, das Leben als Zweck. Eine bestimmte mir auferlegte Aufgabe zu erfüllen. Es wurde sogar übermächtig und verselbstständigte sich, als ich unaufmerksam wurde. Jetzt schlägt die Angst zurück in einem heimlichen Gewand vorm Verlassenwerden und zog wieder ab, als mich der Glaube daran verließ, dass ich eine Aufgabe zu bewältigen habe im Leben.

Aktuell wächst sie und breitet sich auf einem unbekannten Terrain aus. Denn ich öffne mich und habe einen routinierten Schutzmantel abgelegt. Ich wandere durch unbekannte Gefilde mit Blick durchs Elefantengras und wage mich vor. Während mein Herz weglaufen möchte vor den Speerspitzen von Worten…

Ich möchte, dass es vorbei ist. Die verlorene Zeit des Stillstands. Ich habe vergessen wie das Leben ist und habe mich zu weit vorgewagt. Aus der Euphorie heraus, dem Leben wertschätzend entgegen zu gehen. Ich habe Mauern abgerissen, die ich mir mühsam mit den Jahren aufgebaut habe. Ich habe Brücken gebaut in Richtungen, Gebieten – in die ich nicht mehr gehen wollte.

Und stehe ich schutzlos da… alleine. Geöffnet in alle Richtungen. Und bin ohne Heimat… denn ich habe vergessen, wie es in meinem Leben ist.

#76 Das Publikum.

Jeder verliert mal den Glauben in dieser Welt… an die Menschheit… oder an sich.

Und man fühlt sich in einem Narrenhaus gefangen, während die eigentlichen Insassen, diejenigen sind, die sich selbst für die Puppenspieler und das Publikum halten.

Und die Insassen sind schwer zu ertragen…. während man lange Zeit selbst glaubte dem Wahnsinn verfallen zu sein…. und unsicher wie ein schreckhafter Mensch durch das Leben wandelte, mit der Angst und mit den Schatten im Nacken.

Die Schatten, die in Tausenden über mich das Licht fernhielten und durch mein Leben geisterten. Aber kein lärmernder Gong wird eine Pause davon einläuten und sie werden nicht aussterben. Alles andere wäre eine Täuschung, die mich selbst enttäuscht. Ich habe schon lange keine Angst mehr vor der Wahrheit. Ich scheue keinen Moment mehr mich einem ablehnenden Blick zu stellen. Und ich trage keine Furcht mehr vor der Dunkelheit, vor der umtreibenden demoralisierenden Masse… Denn mein Körper sagt mir, was Worte mir nicht sagen können.

Und ich nutze die Scham, dass ich nicht mit mir selbst leben kann, als Motivation. Ich kann die Schatten nutzen, denn mit Ihnen bin ich nie allein. Ich habe eine Schattenarmee hinter mir, die mich in die richtige Richtung treibt.

Und Wegbegleiter… andere Seelen… die immer wieder einen Scheinwerfer auf mich richten und mich gut genug für diese Welt fühlen lassen… und mir das Vertrauen in mich zurückgeben, dass ich verloren glaubte. Und mich immer wieder auf meine Stärke hinweisen.

Vielleicht ist das der wahre Sieg am Ende… mit sich selbst im Einklang zu sein… indem man sich mit größter Hingabe … seinen scharfen Kanten bewusst wird und sie für das Gute einsetzt.

Und eines Tages werden die Insassen mein Publikum sein.

#75 Parolen.

Ich hätte gerne Parolen, die man an die Wand sprüht….

Ich möchte eines Tages zitiert werden, mit dem Wissen dass der Klang meiner Worte einen Sinn haben….

Dein Blick ist der Spiegel, der meine Gedanken, meine Emotionen reflektiert…

Dein Blick lässt mich erkennen, wie stark ich bin… Denn die Starken sind nun mal nicht die Gewinner.

Die Starken sind die, die nicht aufgeben obwohl sie verloren haben. Diejenigen, die sich bei Ungerechtigkeiten zu Wehr setzen und sich erheben…. unabhängig davon wie oft sie von der Ungerechtigkeit der abgestumpften Welt nieder gestreckt werden…

Auch wenn die brennenden kampfeslustigen Augen schwächer lodern… ist der Funke, den du in meinen Augen siehst das Versprechen sich gegen jede Ungerechtigkeit mit lautstarken Parolen auf die Straße zu gehen… Auf meiner Straße.

Denn die Erinnerung an meinen Narben, an den Ungerechtigkeiten meines Lebens geben mir das Verlangen und den Mut laut zu sein während Viele es still hinnehmen… Und geben mir die Stimme, die ich für mich selbst nicht hatte.

Denn ich möchte nicht Mitschuld tragen, dass andere Seelen -keine Einzige- gebrochen werden und nur noch getragen von Träumen und Hoffnung tieftraurig durchs Leben wandeln.

Mut ist edler als das Gewinnen.

Der Weg in dieser Weite der Emotionen wird härter und ich muss mich allen voran meinem eigenen Kampf stellen… und laut werden in meinem Bereich… in meinen Vierteln. Die Schritte werden kürzer, weil dir der Widerstand der Abgestumpfheit eines Systems, entgegenprallt, dass mit vielen Händen blind und still getragen wird.

Ich sprühe fleißig meine Parolen… Parolen des Widerstandes… Parolen gegen die Emotionslosigkeit und Abgestumpftheit… und sie werden blasser… an Farbe.

Für Manche ist es ein Witz ohne Pointe…. aber es sind Parolen des Lebens. Meines Lebens.

Und ich werde sie weiter sprühen, solange es Platz für sie gibt.

All das in der Hoffnung, dass sie größer in der Reichweite werden.

Und das schlechte Gewissen einen zwingt, das Richtige zu tun.

Richtige Entscheidungen zur richtigen Zeit.